Provenienz der Sammlung

Botanikprofessor Walther Rytz, der 1930 im Estrich des Botanischen Instituts Platters Pflanzensammlung entdeckte und deren Geschichte und Inhalt aufarbeitete. (Staatsarchiv des Kantons Bern, T.B. Personen 956)

Nach Platters Tod blieb seine Sammlung als Ganzes im Besitz der Familie. Wohl erst im 18. Jahrhundert wurde sie aufgeteilt und verkauft. Heute sind grosse Teile davon verschollen. Das längst nicht mehr vollständige Naturalienkabinett befindet sich im Naturhistorischen Museum Basel. Von der Abbildungs- und Pflanzensammlung in Buchform mit ursprünglich 49 Bänden sind von den Abbildungsbänden Band 7 («Abbildungen von Mineralien, Corallen usw.») und Teile von Band 4 mit Vogel-Illustrationen in der Universitätsbibliothek Basel erhalten. In ihrem Besitz befinden sich weiter fünf lose Blätter mit Pflanzenabbildungen aus dem Nachlass Platters, zwei davon mit Zeichnungen von Weiditz. Erst 2010 wurden zudem zwei noch original gebundene Bände mit Tierillustrationen in der Universitätsbibliothek Amsterdam entdeckt.

Der hier präsentierte Teil der Pflanzensammlung umfasst Band 8 der ursprünglich 24 Bände (Bände 8–31) mit Holzschnitten und acht der ursprünglich 18 eigentlichen Herbarbände (Bände 32–49, noch vorhanden sind die Bände 32–35, 42, 43, 46, 47).

Das Botanische Institut Bern, Neubau am Altenberg 1861. Hier wurden die Teile von Platters Pflanzensammlung aus dem Besitz von Samuel Wyttenbach bis 1984 aufbewahrt. (Burgerbibliothek Bern, FP.B.169)

Die Geschichte dieses Sammlungsteiles konnte folgendermassen rekonstruiert werden: Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Pflanzensammlung nach Zürich verkauft und gelangte 1790 in den Besitz eines Antiquars. 1806 gingen die neun heute noch vorhandenen Bände als Schuldbegleichung an den Berner Antiquar Johann Anton Ochs über, der sie 1812 dem Pfarrer und Naturforscher Samuel Wyttenbach (1748–1830) verkaufte. 1863 gelangte Wyttenbachs Herbarium inklusive der Platter-Bände an das neu errichtete Botanische Institut der Universität Bern (heute Institut für Pflanzenwissenschaften), wo diese auf dem Estrich deponiert wurden. Erst 1930 entdeckte sie der Botanik-Professor Walther Rytz (1882–1966) dort wieder. Rytz arbeitete Geschichte und Inhalt der Bände auf und publizierte eine umfangreiche Erschliessung (Rytz 1933). Für eine Faksimile-Ausgabe ausgewählter Weiditz-Zeichnungen (Rytz 1936) entfernte er einige der Illustrationen aus dem Herbarium und montierte sie neu. In diesem Zustand befinden sich die betreffenden Zeichnungen bis heute.

In der Folge wurden Platters Herbarbände und der Abbildungsband am Botanischen Institut in einem Tresor aufbewahrt. Um bessere Lagerungsbedingungen zu erreichen, gelangten sie 1984 als Depositum in die damalige Stadt- und Universitätsbibliothek Bern und 1994 in die Burgerbibliothek Bern. 2010 schenkte die Universität Bern das Herbarium der Burgerbibliothek Bern mit der Auflage, es der Öffentlichkeit in digitaler Form zugänglich zu machen.

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